Was tun?

In seinem Newsletter “Freischwebende Intelligenz” hatte Milosz Matuschek im Januar gefragt: Wie soll die Gesellschaft aussehen, in der Sie gerne leben möchten? Im folgenden meine Antwort mit Ideen, was sich ändern muss.

Eine gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung der Missstände wird schwierig, weil die allermeisten Leute das Thema verdrängen werden. Sie tun es heute schon, obwohl sie lange hätten merken müssen, dass sie betrogen wurden. Immer noch sehen sie die Impfung als Allheilmittel, auch wenn die Politik gerade eine Rochade vornimmt und die ersten Bauernopfer ins Rampenlicht stellt.

Deswegen würde ich mir wünschen, dass die jetzige Bewegung der halbwegs Aufgewachten genutzt wird, um Netzwerke zu bilden, in denen weiter an Konzepten für eine alternative Gemeinschaft gefeilt wird.

Dezentrale, lokale und analoge Treffen weniger Gleichgesinnter genügen, um kollektive Projekte aller Art umzusetzen. Diese einzelnen Gruppen können und sollten sich überregional vernetzen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Zentrale Organisationen, Parteien oder eingetragene Vereine würde ich meiden, da sie Teil des Systems und anfällig für staatliche Überwachung und Einflussnahmen sind.

Die Lösungen liegen auf der Hand, sind aber aus Bequemlichkeit und Gewohnheit bisher nicht gewählt worden. Jetzt gerade sehen die Leute ein, dass sich etwas ändern muss. Jetzt ist der Moment, neue Strukturen zu schaffen.

Folgende Beispiele sollen meine Gedanken verdeutlichen:

Information

Freiheit beginnt mit Information. Die Medien haben versagt, Soziale Medien zensiert. Sie haben ihre Berechtigungen verloren. Wir müssen uns von den großen Konzernen, von FAZ bis TAZ, von Twitter bis Youtube trennen. Telegramm, Gettr und Gab sind nur Notlösungen. Auch dort droht ein zentraler Einfluss einseitiger Interessen oder ein Abschalten durch die Regierung.

Nicht jeder hat das Talent oder die Zeit, als Journalist die Themen der Zeit aufzuarbeiten. Aber erste Journalisten haben sich bereits selbständig gemacht und nutzen eigene Kanäle. Wenn dezentral und unabhängig aufbereitete Beiträge zusammengefasst werden, kann eine neue Form von spendenfinanzierter “Tageszeitung” entstehen, die ohne Einfluss von Partikularinteressen überleben kann.

Neben digitalen Inhalten könnten gedruckte Informationen eine Renaissance erleben. Sie erhalten gut geschriebene, redigierte Texte über Jahrzehnte. Ich könnte mir ein quartalsweise erscheinendes Magazin vorstellen, das über die gesellschaftlichen Entwicklungen und Lösungsansätze aus Philosophie, Recht, Medizin, Technologie usw. berichtet.

Technologie

Peer-to-Peer-Plattformen, -Messenger und -Videodienste haben den Vorteil, schwer bis gar nicht zensierbar zu sein. Wir müssen lernen, diese Technologie zu nutzen. Die Nachteile durch ungefilterte Informationen müssen wir in Kauf nehmen. Sie sind gegenüber der Zensur das kleinere Übel.

P2P, Kryptographie und web3 erlauben einen freien Austausch von Informationen. Ein Sperren einzelner Informationen ist unmöglich. Keine zentralen Algorithmen geben vor, was wir sehen können. Wir selbst bestimmen, wem wir folgen und welche Informationen für uns wichtig sind.

Wir müssen lernen, mit Open-Source-Lösungen umzugehen und diese Technologien anderen nahezubringen. Das fängt bei den Betriebssystemen auf PC und Smartphone an und geht weiter bis zu den Anwendungen für Textverarbeitung, E-Mail und Podcasts. Lösen wir uns von den Big-Tech-Konzernen!

Wirtschaft

Die Peer-to-Peer-Idee lässt sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit übertragen und hieß früher Kollektiv. Statt uns von großen Konzernen abhängig zu machen, könnten wir wieder auf eine direkte nachbarschaftliche Zusammenarbeit zurückgreifen.

Mehrere Leute könnten sich beispielsweise einen Acker pachten und selbst Obst und Gemüse anbauen. Überschüssiges wird in dem weiteren Netzwerk verkauft oder getauscht.

Restaurants, Cafés oder Bars könnten als lose Privatveranstaltungen im Untergrund stattfinden. Laufkundschaft ist nicht nötig, um eine florierende Kultur zu etablieren. Ein Raum genügt, in dem man sich jederzeit treffen kann, um gemeinsam zu kochen, zu klönen zu schwurbeln oder zu musizieren. Gewerbeaufsicht und Ordnungsamt müssen draußen bleiben.

Es entsteht in gewisser Weise eine Parallelgesellschaft, die gegen künftige Versuche der digitalen Kontrolle die notwendige Resilienz der Gemeinschaft aufbaut.

Finanzen

Das Geldsystem ist ein Wackelpudding. Der Wert des Geldes ist abhängig von den Launen der Mächtigen. Das Geld auf der Bank kann jederzeit eingefroren werden. Anonyme Kryptowährungen könnten eine Lösung sein, die uns unabhängig von Banken und Fiskus machen. Oder echte Silbermünzen, die als Tauschobjekte akzeptiert werden. Letztlich ist Geld ein abstraktes Zukunftsversprechen und der Glaube an seinen Gegenwert. Auch hier beginnt Freiheit mit Information und Aufklärung.

Diese Beispiele sollen genügen. Es geht wie gesagt darum, dass lokale Gruppen verschiedene Vorhaben ausprobieren und Erfahrungen austauschen. Die persönliche Vernetzung gibt Halt und jedem Einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten. Wir müssen weg kommen von der Vorstellung, dass wir uns auf Telegram vernetzen und dann wird schon morgen irgendwer die Lösung präsentieren.

Die Lösung ist es, mit der Umgestaltung der Gesellschaft einfach anzufangen. Bottom-Up sozusagen. Es wird seine Zeit dauern. Aber es werden neue Freundschaften entstehen und wertvolle Dinge, die bleiben.

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