Madita und das Maskenmärchen

Die Geschichte der Romanfigur Madita ist bekannt. Astrid Lindgren erzählt, wie das siebenjährige Mädchen auf das Dach einer Scheune klettert, um mit einem Regenschirm herunterzuspringen.

Madita hatte gehört, wie man mit einem Schirm aus einem Flugzeug springen kann und heile auf der Erde ankommt. Also will sie es selbst versuchen.

Wer könnte es einem siebenjährigen Kind verübeln? Die aerodynamischen Gesetze sind nicht leicht nachzuvollziehen. Erst mit einer gewissen Lebenserfahrung lernt man, wie wenig Luftwiderstand ein Regenschirm erzeugt. Selbst ein Fallschirm würde sich auf dem kurzen Sprung vom Dach nicht einmal entfalten, bevor das Kind auf den Boden schlägt.

Die Geschichte geht glücklicherweise glimpflich aus. Madita landet mit einer Gehirnerschütterung im Bett. Sie hat eine wichtige Lektion gelernt. Nur weil man sich etwas vorstellen kann, ist die Physik noch lange nicht so.

Was hat das Ganze mit Masken zu tun?

Leider sind viele Menschen, ja offenbar die Mehrheit, dem Wahn verfallen, Baumwollmasken würden uns vor einem Virus schützen. “Mund-Nasen-Bedeckungen” müssten ja wenigtens etwas helfen. Denn sie halten ja den Atem zurück.

Physikalisch haben sie recht. Der Schirm bremst Madita. Wenn auch nur sehr, sehr gering und nicht wirklich wahrnehmbar. So auch die Gesichtsverhüllung. Große Tröpfchen werden abgefangen, und mit ihnen vielleicht der ein oder andere Viruspartikel. Leider nur nicht in einem Maße, das sich auf die Infektionsgefahr auswirkt. Das Virus geht durch die Maschen der Maske einfach durch, als wäre nichts vorm Mund.

Gerne wollen wir glauben, wir könnten mit Mund-Nasen-Bedeckungen das Virus stoppen oder wenigstens bremsen. Es klingt so logisch. Leider zeigen Masken im Alltag statistisch keine Wirkung. Und Virologen raten von ihnen ab, weil sie mehr schaden, als nützen.

Aber, heißt es dann, Madita hat es nicht richtig gemacht. Hätte sie zwei Schirme gehabt und gut Anlauf genommen, dann, ja dann hätte es geklappt.

Titelfoto von Edu Lauton auf Unsplash

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